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PKD
Lassen Sie Ihre
Besatzfische untersuchen / PKD - Gesundheitszeugnis
Bei der Krankheit PKD (Proliferative
Kidney Desease) handelt es sich um eine chronisch
verlaufende Krankheit bei im Süsswasser lebenden Fischen,
die sich hauptsächlich in der Niere manifestiert. Die
Krankheit wurde bisher in grossen Teilen Europas und der USA in Fischzuchten und freien
Gewässern
nachgewiesen. Die Sterberaten können bis zu 90 % betragen.
Beim Erreger handelt es sich um einen einzelligen Parasiten
(Tetracapsula bryosalmonae),
welcher in seinem Vermehrungszyklus auch auf das Vorhandensein von Moostierchen
(Bryozoen) angewiesen ist. Die Krankheit gilt als zu überwachende
Seuche gemäss der Tierseuchenverordnung Art. 291.
Betroffene Fischarten
In der Schweiz können Regenbogenforellen, Bachforellen, Bach- und Seesaiblinge,
Äschen und Hechte betroffen sein.
Das zusätzlich auch andere in der Schweiz vorkommende Fischarten empfänglich sind
kann noch nicht sicher ausgeschlossen werden.
Krankheitsbild und
Diagnose
Die klinischen Anzeichen sind Apathie, Dunkelfärbung, Glotzaugen, Schwellung des
Bauches und blutarme Kiemen. Beim Eröffnen betroffener Fische fällt
häufig eine massiv vergrösserte und gräulich speckig verfärbte Niere auf. Leber
und Milz sind meist viel weniger stark betroffen, können aber ebenfalls
vergrössert und scheckig sein. Bei der Untersuchung von Gewebeschnitten unter dem
Lichtmikroskop (histologische Untersuchung) können die typischen
Gewebeveränderungen und die Parasiten nachgewiesen werden.
Dieser Nachweis ist für eine sichere Diagnose unbedingt nötig, da andere
Krankheiten, wie die Bakterielle Nierenkrankheit, die Systemische Myxobakteriose
und der Pilzbefall mit Ichtyophonus hoferi zu Nierenveränderungen
führen können, die dem typischen Erscheinungsbild der PKD äusserlich sehr ähnlich
erscheinen.

gräulich speckig verfärbte Niere einer Bachforelle
oben: PKD Niere, unten: gesunde Niere
Infektion und Immunität
Infektiöse Stadien aus Moostierchen werden vermutlich über die Haut oder die
Kiemen aufgenommen und via Blut in innere Organe transportiert.
Betroffen werden v.a. Jungfische aber auch ältere Tiere bei Erstkontakt. Fische
die die Krankheit überlebt haben, scheinen gegen eine Reinfektion
geschützt zu sein. Das Auftreten der Krankheit ist saisonal und beginnt im Sommer
mit steigenden Wassertemperaturen und endet im Herbst,
wenn die Wassertemperaturen wieder sinken. Stress-Situationen, wie herabgesetzte
Wasserqualität oder das Umsetzen der Fische, begünstigen
den Krankheitsaufbruch.
Verbreitung
Mögliche Infektionswege sind wahrscheinlich Wasser, Wasservögel und
Gerätschaften. Ob die Krankheit auch durch lebende Fische
(die auch gesund erscheinen können ! sog. Carrier Fische) verbreitet werden kann
ist noch unklar, sollte aber aus Gründen der Vorsicht angenommen werden.
Prävention und
Behandlung
Es liegen bis heute noch keine praxisreifen Impfstoffe vor. Eine
Behandlung der Krankheit, abgesehen vom Temperaturmanagement, ist derzeit nicht möglich.
Es gilt deshalb Neuinfektionen von Gewässern unbedingt zu vermeiden und betroffene
Gewässer optimal zu bewirtschaften:
- Kein Besatz mit PKD-positiven Fischen in PKD freien
Gewässern
- Besatz in von PKD betroffenen Fliessgewässer im Herbst (allfällige Ausbildung
einer Immunität und dadurch geringere Sterblichkeit im darauffolgendene Sommer)
Eine Risikoanalyse und Abschätzung der optimalen
Bewirtschaftung sollte für jedes Fliessgewässer einzeln gemacht werden. Denn es gibt in
vielen Gewässern
ja auch gute Gründe die gegen einen Herbstbesatz sprechen. In diesen Fällen gilt
es die einzelnen Faktoren gegeneinander abzuwägen, um zu einer optimalen
Bewirtschaftung zu gelangen. Auch die Möglichkeit der Einschleppung anderer
Krankheiten muss immer mitberücksichtigt werden (Prävention).
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Untersuchung
auf PKD - Gesundheitszeugnis
Wann sollten Bachforellen untersucht
werden ?
Wildlebende Fische: Wenn Sie für die Bewirtschaftung eines
Gewässers verantwortlich sind, müssen Sie wissen ob dieses Gewässer von der Krankheit
PKD betroffen ist (dies nur bei Gewässern, in welchen Wassertemperaturen von über
12 °C erreicht werden). Die Kenntnis über das Vorhandensein der
Krankheit ist ein wesentlicher Faktor um einen Plan für eine optimale
Bewirtschaftung erarbeiten zu können.
Besatzfische: Wenn Sie ein PKD freies Gewässer besetzen wollen, welches von
der Temperatur her als PKD Gewässer in Frage kommt
(oder die Abwanderung in ein solches Gewässer nicht ausgeschlossen werden kann !).
Vorgehen
Um den Befall von Bachforellen mit PKD nachweisen zu können, ist eine
histologische Nierenuntersuchung nötig (vgl. Krankheitsbild und Diagnose).
Dazu braucht es lebende Fische oder fixiertes Material aus der
Niere. Falls Sie nur an einer Diagnose interessiert sind,
können Sie Fische oder fixierte
Nieren nach Absprache schicken oder direkt bei uns vorbeibringen. Falls vorhanden
sollten Tiere mit Symptomen (Schwarzfärbung, Apathie, Glotzaugen)
ausgewählt werden. Die Proben müssen zwischen Mitte Juli und Ende September
entnommen werden.
Kosten
Die Kosten betragen pro untersuchte Forelle (inkl. Sektion, histologische
Untersuchung und Bericht) 40 Fr. Falls die Erstellung eines Gesundheitszeugnisses
erwünscht ist, müssen gemäss der Anleitung der NAFUS (Nationale
Fischuntersuchungsstelle) zur Probenahme von Fischen zur Ermittlung des PKD Status
einer Anlage 20 Proben pro Anlagenteil untersucht werden. Die vollen Kosten fallen
in diesem Fall aber nur an, wenn keine PKD nachgewiesen werden kann,
also alle 20 Proben untersucht werden müssen. Jeder Nachweis muss der
entsprechenden kantonalen Veterinärbehörde gemeldet werden, da es sich bei dieser
Krankheit um eine zu überwachende Seuche gemäss der Tierseuchenverordnung Art.
291 handelt.
Falls erwünscht kommen wir auch bei Ihnen
vorbei, um die Proben vor Ort zu entnehmen. Dadurch können Sie garantieren, dass es sich
bei den untersuchten
Fischen effektiv um Fische aus der deklarierten Fischzuchtanlage handelt. Für
weitere Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:
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